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LEUCHTTURM-GESCHICHTEN

Die Windkinder

windkinder

Draußen wurde es langsam dunkel und kalt. Ein leiser Wind pfiff um das Haus. Es war schon spät und es wurde langsam Zeit, dass Lisa ins Bett musste. Sie ging in ihr Zimmer, zog sich ihr Nachthemdchen über, flitzte ins Bad zum Zähne putzen und krabbelte dann unter ihre Decke. Dort wartete sie darauf, dass ihre Mutter hereinkam, um ihr noch ein Schlaflied zu singen. Es dauerte einen Moment, denn ihre Mutter telefonierte noch mit einer Freundin. Aber dann kam sie auch schon die Treppe herauf. Sie setzte sich neben Lisa und sang ihr ein Lied vor. Es war das gleiche wie jeden Abend, aber es war so schön es immer wieder zu hören und mitsingen zu können. Die beiden wünschten sich eine gute Nacht und dann verließ die Mutter das Zimmer.
Das Licht war noch nicht lange aus, als es draußen richtig anfing zu stürmen. Der Wind blies durch die Bäume und ließ ihre Kronen hin und her wedeln. Auch blies er gegen das Hausdach, wodurch viele Geräusche in Lisas Zimmer drangen. Aber sie konnte noch etwas anderes hören. Da war eine leise Stimme, die ihr etwas zuflüsterte. „Hallo, Lisa.“, sagte die Stimme.

© copyright by Eva Siebenherz