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ABENTEUER-GESCHICHTEN

Der Flug zum Mond

mond

Hallo Steffi.

Du wirst mir nicht glauben, was mir gestern Nacht passiert ist. Aber ich schwöre dir, dass jedes Wort wahr ist. Du weisst ja, dass ich nicht lüge, auch wenn es sich so anhört. Aber ich will dich nicht weiter auf die Folter spannen.

 Vorletzte Nacht konnte ich nicht schlafen. Der Rolladen vor meinem Fenster ist kaputt gegangen und nun muss ich schlafen, obwohl das blöde Ding nicht unten ist. Und im Moment scheint der Mond so hell wie eine Straßenlaterne in mein Zimmer. Das nervt ganz schön. Am liebsten hätte ich Tommy aus seinem Zimmer geworfen. Dann hätte er sich den Mond anschauen können und ich hätte meinen Schönheitsschlaf bekommen. Aber Mama hat es mir dann doch verboten. Sie sagte nur, dass es schon nicht so schlimm sein und Papa den Rolladen spätestens am Wochenende reparieren würde.
Und dann lag ich da nun und starrte die ganze Zeit diese helle Scheibe am Himmel an. Ich weiss nicht, ob du das schon einmal gemacht hast. Für mich sieht der Mond jedenfalls so aus, als hätte er ein Gesicht, mit Mund, Nase, Augen, und als würde er mich die ganze Zeit von da oben beobachten. Das ist ein ganz schön komisches Gefühl. 

© copyright by Eva Siebenherz